Outplacement = Das Freisetzen von Mitarbeitern (um das Überleben des Betriebes zu ermöglichen)

Das Freisetzen bzw. Entlassen von Mitarbeitern begleitet uns z.Zt. täglich.
Ich möchte mit diesem Artikel weder "moralisieren" noch werten. Mein Anliegen ist es, genauer zu betrachten, w i e das Ausscheiden eines Mitarbeiters/einer Führungskraft besser begleitet werden kann. Ziel und Sinn soll sein, diesen Abschied zu nutzen, um ihn zu einem Neubeginn umzumünzen, als Chance für einen neuen Start zu begreifen.

20 Jahre meiner beruflichen Angestellten-Tätigkeit verbrachte ich mit Personalarbeit in der Industrie. In diesen Jahren war ich auch konfrontiert mit Personalentlassungen. Vorgesetzte und Mitarbeiter fühlten sich häufig überfordert, die zu entlassenden Mitarbeiter nicht nur zu "verwalten" sondern auch zu betreuen, d.h. in ihrem Prozess zu begleiten, weil uns schlicht die Ausbildung fehlte. Vor diesem Hintergrund war es mir im Rahmen meiner Selbstständigkeit ein zentrales Anliegen, diese Ausbildungen - wie System. Beratung, Heilpraktikerin, Supervision, Potentiale erfassen - zu machen, um Menschen in ihrer Ganzheit, d.h. physisch, psychisch, organisatorisch und mental zu beraten und zu begleiten. Und meine Klienten sind der Meinung, dass meine Ausbildungen und persönlichen Erfahrungen für die gemeinsame Arbeit von großem Nutzen sind.

Die Beratung und Begleitung von Menschen in der Zeit der Entlassungsphase bezieht sich auf das Abschiednehmen von der bisherigen Firma und dem Neu-Beginn: wie geht es weiter - was sind die nächsten Schritte?? Ich möchte diese Situation mit einem Bild beschreiben:
Ist ein Gefäß bis an den Rand gefüllt, hat kein Tropfen mehr Platz. Ähnlich sieht die Situation eines Menschen aus, wenn er erfährt, dass er entlassen wird. Sein Körper ist angefüllt mit unzähligen Emotionen, wie Ängsten wie: wovon soll ich leben, Ärger, Wut, Schmerz ....
Es ist überhaupt kein Platz da, neue Ideen aufzunehmen; er ist voll beladen. Dieser Mensch darf erst einmal auf- bzw. ausräumen, um Platz für Neues zu schaffen. Mein Ansatz ist, diese Menschen beim inneren "Auf- und Ausräumen" zu unterstützen und beim Erkennen zu begleiten und dass es nicht damit getan ist, lediglich neue Bewerbungsunterlagen zu erstellen und loszulaufen.

Es geht zuerst darum, diesem Menschen die Möglichkeit zu geben, in den eigenen Verarbeitungs- und Verdauungsprozess einzusteigen. Der zweite Schritt ist, die eigenen Potentiale zu erfassen, neu zu definieren und hieraus neue Möglichkeiten zu schöpfen und zusammenzustellen. Beim dritten Schritt geht es dann um die Bewerbungsunterlagen. Hier muss sehr konkret herausgearbeitet werden: was sind die Stärken des Bewerbers, was ist sein Anliegen. Das heißt im Klartext: es ist sehr viel eigene Arbeit erforderlich. Es sollte nicht wahllos nach dem Motto verfahren werden: "Ich mache alles, Hauptsache, es ist eine neue Arbeit". Mir ist bewusst, dass sich der letzte Satz sehr "ketzerisch" anhört, besonders vor dem Hintergrund, wenn starke finanzielle Belastungen vorhanden sind. Es ist auch durchaus sinnvoll, eine "Übergangsarbeit" anzunehmen, bis der innere Weg ein gutes Stück gegangen ist und ein Mensch herausgefunden hat und weiß, was er wirklich will.

Aus meiner bisherigen Arbeit mit Menschen in genau dieser Situation habe ich erfahren, dass Betroffene sagten: "Ich möchte schon lange etwas anderes machen und ich habe mich nicht getraut". Jetzt wird dieser Mensch in diesen Strudel geworfen und hat die Chance, dieses Neue zu definieren und auszuprobieren. Einige, mit denen ich noch Kontakt habe, haben einen sehr eigenen, befriedigenden Weg für sich gefunden.

Mir ist klar und bewusst, dass diese Art der Arbeit nicht für jeden Menschen geeignet ist - wie alles im Leben. Es ist eine Möglichkeit - unter vielen anderen - den eigenen Weg, das eigene Leben bewusst, zielgerichtet und zufrieden zu gestalten und zu gehen.

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Barbara Aßmus
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